Geschichten zum Nachdenken

Von ihrer Art her sind typische Kurzgeschichten stets darauf ausgerichtet, zum Nachdenken anzuregen. Ihre nicht selten unerwarteten Pointen vermitteln häufig etwas Lehrreiches oder regen dazu an, über sich und die Welt zu sinnieren. Im Gegensatz zu den übrigen Geschichten auf der Webseite folgen die Storys in der hier aufgerufenen Rubrik diesem Muster besonders deutlich.

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Der Dorftrottel und die Tratschtante
Eine Kurzgeschichte zum Nachdenken. Der Dorftrottel Jürgi glaubt der Lügnerin Katinka und lässt sich in ihre Angelegenheiten hineinziehen.

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Der hinkende Domberg
Diese Kurzgeschichte handelt von dem Wunsch, die eigenen Kinder zu beschützen. Doch gerade hier kann es schnell zu falschen Vorurteilen kommen.

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Nerviger Paradiesvogel
Eine Frau trifft sich in dieser Geschichte nach Feierabend mit ihrer Freundin. Doch sie kann den Arbeitsfrust nicht ablegen und schafft Feindbilder.

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Die Bettlerin
Die melancholische Geschichte einer Frau, die nach dem Tod ihrer Tochter keinen Sinn mehr in irgendetwas erkennen kann.

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Zeit ist Geld
Der erfolgreiche Thorsten ärgert sich, eine viel jüngere Kosmetikpuppe geheiratet zu haben. Jeder Tag dieser Ehe wird ihn wohl richtig Geld kosten.

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Wahre Freundschaft
Marcel liebt es, sich auf Promifeiern zu amüsieren und Lokalrunden zu schmeißen. Wahre Freundschaft findet er dort trotzdem nicht.

Bin ich das?

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Ein Merkmal kurzer Geschichten ist die überraschende Pointe, die eine Lehre, Moral oder Weisheit vermittelt und Menschen dazu bringt, über sich selbst nachzudenken – oder über die Welt, in der wir leben. Idealerweise identifiziert sich der Leser mit dem Geschehen. Dazu muss er sich nicht gleich in einer der Personen vollständig wiedererkennen. Es genügt schon, dass man sich in vergleichbaren Situationen vorstellen kann.
Vielleicht bekommt man vom Verfasser einen Spiegel vor die Nase gehalten, weil man ein ähnliches Fehlverhalten an den Tag legen oder den gleichen Vorurteilen verfallen würde, wie die Hauptperson. Wenn das eintritt, regt die Geschichte wirklich zum Nachdenken an und lädt zum Sinnieren ein. Liegt es an der menschlichen Natur, dass man eine geschilderte Not ignorieren oder ein Übel aus Opportunismus übersehen würde? Gehöre speziell ich zu der beschriebenen Kategorie Mensch, auf die hier in erzählten Worten mit dem Finger gedeutet wird?

Gewisse literarische Strömungen erheben den Selbstanspruch, die Welt verbessern zu wollen. Sollte eine gelesene Geschichte wirklich dazu führen, dass aus den Fehlern der Protagonisten oder der Darstellung einer unschönen Realität Lehren gezogen werden, hat sie dieses hochgesteckte Ziel erreicht. Vor allem wenn sie den Menschen dazu bringt, sein Selbst ein Stück hin zum Höheren und Besseren zu wandeln.

Nachdenkliche Kurzgeschichten

Der Begriff drückt es aus: Kurzgeschichten sind knappe Schilderungen und Storys. Sie geben mit präzisen Beschreibungen eine Begebenheit wieder, die generell von kurzer Dauer ist – manchmal nur einige Minuten oder Stunden.
Eine Einleitung gibt es oft kaum oder gar nicht und der Leser wird mitten in ein Ereignis hineingestellt, das für die Hauptfiguren wegweisend und prägend ist. Der Schluss bildet den Höhepunkt und deutet den weiteren Verlauf der Handlung oftmals nur an.

Die Begebenheiten bestehen regelmäßig aus Schlüsselsituationen im Leben eines Menschen. Diese Situationen sind auf den ersten Blick häufig unbedeutsam, entwickeln sich im Handlungsverlauf jedoch zu einem Ereignis, das Einfluss auf die Zukunft der Personen nimmt – und dies in einer Art, die vielleicht niemand erwartet hat.

Kurzgeschichten sind so verfasst, dass sie in einem Durchgang gelesen werden. So taucht man sofort in die Handlung ein und wird unmittelbar nach dem plötzlichen Schluss zum Grübeln angeregt. So eine intensive gedankliche Auseinandersetzung ist bereichernd, kulturell wie auch aus Sicht der Persönlichkeitsentwicklung.
In einer solchen Story treten nicht viele Personen auf. Dafür werden deren innere Zustände den Lesern nahegebracht, zum Beispiel durch innere Monologe. Dies und eine oftmals einfache, präzise Sprache sorgen für eine Nähe zu den agierenden Personen und verstärken den Effekt des Nachdenkens, da eine Identifikation mit den Menschen stattfindet.
Zusätzlich wird diese gedankliche Auseinandersetzung mit der Handlung durch sprachliche Bilder und mehrdeutige Aussagen erzeugt. Die Absichten der Geschichte werden teilweise nur ganz kurz angerissen. Noch bevor diese erfasst werden können, geht es abrupt weiter. Ein genaues und intensives Lesen und Nachdenken ist also sehr hilfreich, wenn man alles richtig verstehen möchte.